Briefe ans Universum … Es funktioniert wirklich!

Über die Jahre und Jahrhunderte haben sich die verschiedensten Techniken entwickelt, wie man affirmieren kann. Auch wenn es Autoren und Coaches der Neuzeit behaupten, aber Affirmieren ist nichts Neues, was erst kürzlich entdeckt oder erfunden wurde.

Historisch betrachtet, stammt das Affirmieren von ostasiatischen Religionen ab, insbesondere vom Buddhismus. Dort werden nämlich religiöse, gedichtähnliche Sprüche, sogenannte „Mantras“, immer und immer wieder liedartig rezitiert (z.B. in einer Mediation). Sinn und Zweck dieses regelmäßigen Rituals war die Selbstheilung.

Aber auch im Rest der Welt gab es seit jeher Möglichkeiten und Wege seine Wünsche und innersten Sehnsüchte zum Ausdruck zu bringen. In anderen Religionen wäre das Beten ein gutes Beispiel (egal ob zu Gott, Allah, Adonai, usw.), das Tagebuchschreiben im privaten Lebensbereich, Neujahrsvorsätze festlegen oder, was jetzt besonders im Trend liegt, das (Bullet-)Journaling.

Ich persönlich bin ein großer Fan von Journaling. Es gibt Phasen, wo ich täglich meine Affirmationen und Wünsche in mein Buch schreibe, aber natürlich gibt es auch Zeiten, wo ich vielleicht einmal in ein paar Wochen meine Einträge mache. Das ist alles nicht weiter tragisch und braucht keine Schuldgefühle in einem zu wecken.
Das Wichtigste dabei ist aber, DASS ich mich mit meinen Wünschen und Träumen proaktiv auseinander setze. Einen Wunsch im Kopf zu haben ist schön und gut, aber das ist für mich persönlich etwas, was man ruhig mit „having one’s head in their clouds“ bezeichnen kann. Seine größten Sehnsüchte aber niederzuschreiben, ist schon der nächste Schritt aus einem bloßen Gedanken eine Tatsache zu machen. Es steht dann sprichwörtlich schwarz auf weiß da, dass etwas auf eine bestimmte Art oder dass ein bestimmtes Ereignis zu passieren hat.

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Vor etwas mehr als 10 Jahren kam ich über damalige Freunde aufs Briefeschreiben. Nicht etwa an einen Brieffreund, sondern an das Universum. MEIN Universum.
Ich schreibe einen Brief, worin meine Affirmationen, meine Sehnsüchte, meine Träume, meine Pläne aufgeschrieben sind. Diesen Brief schicke ich zur Sommer- und zur Wintersonnwende und zusätzlich zu Silvester ans Universum indem ich ihn verbrenne. Warum genau an diesen Tagen? Die Nacht vom 31. Dezember eignet sich halt bestens für den Abschluss eines Kalenderjahres. Und mir wurde gesagt, zu den Sonnwenden sind „die Kräfte und Energien“ und die Verbindung „nach oben“ am stärksten.

Wie gesagt, mein erster Brief liegt schon mehr als eine Dekade zurück, aber das Verrückte ist, jetzt in Retrospektive betrachtet, dass sich wirklich so ziemlich jeder einzelne Punkt, den ich notiert hatte, wahr geworden ist. Auch bei den nachfolgenden Briefen war das tatsächlich der Fall.
Ob mir das Universum alles geschickt hat oder ob es eine selbsterfüllende Prophezeiung war, wie man das in der Psychologie kennt, ist an diesem Punkt eigentlich egal. Die Tatsache ist, dass aus meinen Gedanken Schriften wurden und aus diesen Aufzeichnungen Wirklichkeit geschaffen wurde! Klingt für die einen magisch, für die anderen nach Humbug.

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Seitdem habe ich viele Freund:innen zum Briefeschreiben motivieren können. Einige davon waren tatsächlich von Natur aus rational und wissenschaftlich, das heißt, sie waren keine gläubigen Menschen, geschweige denn glaubten sie an Zauberei, Spiritualismus, Esoterik oder Religion. Aber… sie haben Briefe geschrieben und nach einiger Zeit sogar zugegeben, dass ihre Wünsche aus ihren Briefen ans Universum wahr geworden sind.

Und hier in diesem Blogbeitrag möchte ich euch nun in wenigen Schritten erklären, wie man so einen Brief schreibt, worauf zu achten ist und was du bloß nicht tun solltest.

1. SchreibE den Brief

Schreibt den Brief ganz klassisch indem ihr zuerst Ort und Datum notiert und anfangt mit „Liebes Universum“. Und danach gibt es zwei Möglichkeiten, die ich ausprobiert habe.

Die trockene Variante wäre euren Affirmationsspruch dreimal aufzuschreiben, z.B. „Money and prosperity come easily and in abundance. Money comes easily and in abundance. Money comes easily and in abundance.“ In einem Brief können natürlich mehrere Affirmationen stehen.

In der ausschweifenderen Variante schreibt ihr eurem Universum einfach wie wenn ihr einer realen Person in Erzählform schreibt, zB. „Danke für den tollen Karriereboost. Genau das habe ich gebraucht, denn ich habe so lange hart dafür gearbeitet und jetzt wo es da ist, fühlt es sich einfach einzigartig gut an.

2. Positivität

Schreibt nur in positiven Sätzen, dh. es sind keine Verneinungen erlaubt. Das Universum kennt keine Verneinungen und löscht sie einfach aus dem Kontext. Was heißt das?
Wenn ihr schreibt: „Ich will nicht mehr krank sein„, liest das Universum: „Ich will mehr krank sein.“ (!!!)

Am Anfang ist es tatsächlich etwas tricky die richtige Formulierung zu finden, aber das Interessante ist, zu entdecken und zu beobachten, wie eure Gedanken rein natürlich verlaufen. Wie oft sprecht ihr in Verneinungen? Soll heißen: Wie oft sprecht ihr in negativen Sätzen?
Spannend eigentlich. Aber wie lösen wir dieses Problem? Ihr müsst den wahren Kern eurer Message hervorheben. Das bedeutet, aus unserem Satz: „Ich möchte nicht mehr krank sein„, wird ganz einfach „Ich möchte gesund sein„. Aus „Ich möchte keine Schulden mehr haben“ wird „Ich möchte viel Geld auf meinem Bankkonto haben.“ Ihr könnt euch auch von Menschen aus eurem Leben verabschieden, die euch gedanklich nicht losgelassen haben (z.B. Exfreund:innen, ehemalige Mitarbeiter:innen, Chef:innen, …)
Auch ein guter Tipp von mir sind positive Ausdrücke „sorgenfrei“, „schuldenfrei“, „beschwerdenfrei“, „schmerzfrei“, etc.

3. Hier und jetzt

Schreibt euren Brief im Präsens, in der Jetzt-Zeit! Schreibt so, als ob ihr eure Wünsche schon erhalten habt. Wie fühlt ihr euch dabei? Was löst das das Eintreffen eures Wunsches in euch aus?
Auf gar keinen Fall in der Vergangenheit schreiben und schon gar nicht in der Zukunftsform oder sogar in der Möglichkeitsform. Guess what…. it’s never gonna happen!

Beispiel: „Jetzt, wo ich fit und gesund bin, kann ich alles machen. Darüber bin ich überglücklich, weil ich jetzt schmerz- und beschwerdefrei lebe.

4. Details

Dieser Punkt ist ganz besonders wichtig. Seid so präzise wie nur möglich! Das Universum nimmt euch beim Wort!

Fun Fact: Ich hatte einmal vom Universum einen bestimmten Geldbetrag gewünscht, den ich innerhalb eines Jahres verdienen wollte. Das Witzige ist, ich habe diesen Betrag auch bekommen, nur leider in brutto und ich meinte aber netto. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie ich einerseits amüsiert war, mich aber gleichzeitig über diesen Fehler geärgert habe. In meinem nächsten Brief, habe ich diesen Irrtum natürlich klargestellt.

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Seid daher sehr genau mit euren Aussagen und lasst keinen Raum für Missinterpretation. Bringt unmissverständliche Fakten und Tatsachen.

5. Forderungen stellen

Sich etwas zu wünschen ist eine eher romantische Angelegenheit, eine Forderung zu stellen ist da schon konkreter. Ihr wollt ja Tatsachen haben. Alles, was ihr euch wünscht und erhofft sind klare Zustände, die ihr in eurem Leben haben möchtet.
Es ist nicht so wie in bestimmten Religionen, wo sich der Gläubige erst als würdig erweisen muss um etwas zu bekommen.

Bleibt also freundlich im Ton eures Schreibstils, aber macht dem Universum ganz klar, was ihr wollt.

6. Dankbarkeit und Demut

Auch unfassbar wichtig, wenn nicht sogar DER wichtigste Punkt. Seid dankbar! Und seid demütig! „Everything happens for a reason„, auch die schlimmen, tragischen Dinge.

Ich habe in meinem Leben bisher schon viel erlebt, aber es hat sich jedes Mal im Nachhinein herausgestellt, dass alles für irgendetwas gut war. Und wenn das Erlebnis „nur“ eine Erfahrung war, um euch für etwas Größeres, Schöneres vorzubereiten. Ihr verliert nicht. Entweder ihr gewinnt oder ihr lernt daraus.
Dadurch, dass euer Universum die Macht und die Kraft besitzt euch eure Wünsche zu erfüllen, muss man weiterhin demütig bleiben. Denn wie gesagt, es gibt euch das, was IHR euch wünscht. Nichts ist random! Und wenn es „falsch“ aufgeschrieben ist, das Universum gibt es euch. Ihr habt es ja so geschrieben.

Seid auch nicht zu geizig mit euren Danksagungen. Ich kann gar nicht zählen wie oft ich das Wort „Danke“ in meine Briefe schreibe.

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7. Abschließen

Beendet den Brief klassisch mit „Hochachtungsvoll“, „Mit freundlichen Grüßen“, „In Liebe“ oder mein Favorit „Mit verbindlichstem Dank“ (Stichwort Dankbarkeit!) und unterschreibt mit eurem Namen.

Steckt den Brief in ein Kuvert und gebt ein wenig weißen Salbei dazu – das ist angeblich ein ziemlich wirkungsvolles Hexenkraut und hält böse Geister ab. Wenn ihr keinen weißen Salbei habt, keine Panik. Bislang hatte ich auch immer einen Salbeiteebeutel ins Kuvert gesteckt – und es hat auch funktioniert.

Als Empfänger schreibt ihr „An das Universum“ und als Absender gehe ich immer auf Nummer sicher und notiere wirklich alles, um Verwechslungen zu vermeiden. Das heißt ich gebe an:

Name – Adresse – PLZ und Ort – Geburtsdatum und Geburtsort – Sozialversicherungsnummer – meinen Namen in chinesischen Schriftzeichen

Warum? Ganz einfach, es ist eher unwahrscheinlich, dass es auf der Welt einen zweiten Wei-Ken Liao gibt, aber vielleicht gibt es eure Namen ein zweites Mal (mindestens)? Mit eurer Adresse, euren Geburtsdaten und eurer Versicherungsnummer seid ihr auf der sicheren Seite, weil die Versicherungsnummer wird bestimmt kein Zweiter haben und euer Brief ist ganz eindeutig einer Person zuzuordnen.

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8. Abschicken und loslassen

Wichtig! Macht euch keine Kopie von eurem Brief! Ihr müsst hier tatsächlich blind darauf vertrauen, dass eure notierten Dinge eintreffen werden. Lasst also los und lasst das Universum einfach arbeiten.

Merkt euch dabei: kleine Dinge haben kurze Wege, große Dinge haben große Wege. Und wenn es gar nicht eintrifft, dann wird das seinen Grund haben. Dann seid ihr entweder nicht bereit dafür, oder der Zeitpunkt ist schlecht oder es ist etwas anderes für euch bestimmt – etwas Besseres natürlich.

Ihr verbrennt euren Brief in den Nächten von den oben genannten Tagen, nämlich 21. Juni für die Sommersonnwende, 21. Dezember für die Wintersonnwende und der 31. Dezember ist eh logisch. In welchem Rahmen ihr das macht, bleibt total euch überlassen. Wenn ihr Musik dazu spielen wollt, gerne. Wenn ihr davor kurz beten möchtet, klar – warum nicht? Möchtet ihr den Brief alleine verbrennen oder gemeinsam mit Freunden?

Das einzige, worauf du zu achten hast, ist 1. dass ihr den Brief im Freien verbrennt und nicht in geschlossenen Räumen, 2. in einem Gefäß, dass dem Feuer standhält (wir verwenden Tontöpfe) und 3. „Safety first!“ habt sicherheitshalber eine Gießkanne mit Wasser parat, falls doch etwas schiefgehen sollte (Wind ist nicht zu unterschätzen).

Ich hoffe ich konnte euch dazu inspirieren, ab sofort auch Briefe ans Universum. Nicht wenige Follower:innen von mir hatten mir das letzte Mal als Feedback geschrieben, das es sich gut angefühlt hat und es sehr befreiend war. Ich kann euch nur dazu ermutigen, euren eigenen Stil beim Schreiben zu entwickeln. Ihr könnt im Grunde genommen nichts falsch machen – solange ihr die obigen „Regeln“ befolgt. Aber euren Wünschen, Sehnsüchten und Träumen sollten keine Grenzen gesetzt werden, weder in der Planung, noch in der Umsetzung!

Auf meinem Instagram habe ich einen Reel gepostet, der euch im Schnelldurchlauf zeigt, wie ich meine Briefe zusammenstelle. Über einen Link, Save oder Share würde ich mich sehr freuen und natürlich könnt ihr mir gerne schreiben und berichten, wie eure Brieferfahrung war! Das würde mich wahnsinnig interessieren!


Pride month 2022: mein asiatisches coming-out

Jetzt ist der Pride Month 2022 schon bald wieder Geschichte und was wird uns davon in Erinnerung bleiben? es gibt ein Thema, das ich bislang nicht an die große Glocke gehangen habe. Ich war aber auch darüber unschlüssig, ob ich „es“ in die Welt hinaustragen soll. Es ist ein sehr privates, sehr intimes Thema, das Leute womöglich gar nicht interessiert. Die Rede ist von meinem Coming Out.

Was sind Millennials und Digital Natives? Und was ist eigentlich ihr Problem?

Dadurch, dass ich als Tanzdozent viel mit jungen Menschen zu tun habe, hatte ich genug Grundlage um mir meine eigene Meinung zum Thema zu bilden. Die meisten meiner Schüler sind im Teenager-Alter oder Twens, sprich ich habe mit typischen Millennials und Generation Z’s („Digital Natives“) zu tun. Ich selber gehöre nach dieser Definition genauso zu den Millennials. Aber was ist ein Millennial?

Merke dir: „Allein sein ist nicht gleich einsam sein.“

Vielleicht erkennen jetzt viele, dass die digitale Welt, die Virtual Reality in den (a-)sozialen Medien wahre Werte wie Zuneigung, Liebe, Aufmerksamkeit nicht bieten können. Persönliche Nähe und echter sozialer Kontakt können von Facebook, Instagram und Co. nicht ersetzt werden. Leider fallen die meisten darauf rein und verlagern ihre Realität in diese Apps anstatt sie als Instrument zur Kommunikation zu nutzen.

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